Wie kommt der Hund zum Stiefel

oder Romulus, Remus und die Felidae

Reisebericht von Alex Mey

Italien 2018 – Teil 2 – Rom


 

Sardinien ist noch nicht ganz aus unseren Gedanken verschwunden, die Emotionen und Eindrücke noch nicht ganz verarbeitet und die vielen Abenteuer sitzen noch tief. Da geht es schon weiter zum nächsten Abenteuer. Ich wechsle das Team und nehme dieses mal meinen lieben Sohn Maurice mit auf Reisen. Dies hat mehrere Gründe, zum einen hat er sich im letzten Jahr zu Weihnachten eine Reise mit seinem Papa gewünscht und zum anderen ist Maurice ein leidenschaftlicher Flugzeugliebhaber mit seinem eigenen Youtube Kanal „Flight - Planes – Berlin“ (Werbung!). Als liebevoller Papa muss man da ja punkten, in dem man ihn mit zum größten Flughafen Italiens zerrt. 

Auf dieser Reise werden wir aber nicht nur den Fiumicino (FCO) kennenlernen, sondern wir begeben uns in eine Zeit weit, sehr weit vor unserer Zeitrechnung. Nämlich in die Zeit des römischen Reiches und noch weit davor. Unser Reiseziel ist das Ergebnis der sagenhaften Geschichte von Romulus und Remus... ROM.

 



Wir erleben die Geschichte Roms hautnah, folgen den Geheimnissen der Pyramiden- und Ruinenkatzen und erzählen euch die Geschichte eines Hirtenhundes in der Großstadt. 

Wir fliegen mit einer bekannten deutschen Fluggesellschaft, deren Sitz in Düsseldorf liegt, erst am späten Nachmittag. Zum Leidwesen von Maurice, der es kaum abwarten kann endlich im Flieger zu sitzen. Noch genug Zeit um einen halben Tag zu arbeiten, mit den eigenen und den Gasthunden zu spielen und ausgiebig zu frühstücken. Mein Sohn packt seine Flughafenutensilien zusammen, die aus Schreibmaterial, Flughafeninformationen, seinen vorbereiteten Texte für das Youtube Video und seinen Flugzeugkarten besteht. Ein ganzer Aktenkoffer voll, den wir noch irgendwie im Gepäck verstauen müssen. Geschafft! Ab zum Flughafen. Selbstverständlich gehört Maurice dieser Urlaub und er darf sich vieles wünschen, so auch die Sondereinlage statt gut 2 Stunden vor Abflug am Düsseldorfer Flughafen nun 4 Stunden vorher da zu sein. So können wir noch die Landung und den Start des A380 von der Besucherterrasse bewundern.

Wir starten pünktlich in Richtung Süden und überfliegen im dichten Nebel Stuttgart, die schweizerischen und österreichischen Alpen, Bologna und San Marino . Auf ca. 10.000 km Höhe, kurz vor dem Landeanflug, wird es um unser Flugzeug recht stürmisch und schon erleuchtet das Zeichen oberhalb des Sitzes zum Anschnallen. Von dem starken Unwetter in Italien hatten wir bis jetzt noch nichts erfahren, weder in den Nachrichten, noch durch die Wettervorhersage... aber scheinbar befinden wir uns jetzt mittendrin. Es wird sehr holperig, das Flurlicht flackert immer wieder auf und erlischt dann ganz. Unmittelbar danach schaltet sich das Bordlicht an und wir werden aufgefordert uns umgehend zu unseren Plätzen zu begeben und uns anzuschnallen. Wir beginnen mit dem Landeanflug, werden aber von den Seitenwinden des Sturmes immer wieder durchgeschüttelt. Während einer kurzen Ruhepause in ca. 8.000 km Höhe entdecken wir ein Lichtermeer unter uns, das könnte Rom sein. Wir sind wirklich froh, dass der Pilot das Flugzeug in dieser Situation sehr gut unter Kontrolle hat und uns mit einem riesigen Applaus der Fluggäste zu unserem Reiseziel gelotst hat.


Es ist bereits dunkel und vom Flughafen selbst erkennen wir nicht viel, daher eilen wir schnell zu der Autovermietung, bei der wir unser Mietauto vorbestellt haben, doch leider gab es hier wohl Komplikationen bei der Buchung und uns wird mitgeteilt, dass wir leider kein Mietauto erhalten. Zur Reklamation sammle ich die nötigen Daten zusammen und gehe mit meinem Mitreisenden, den 2 Koffern und Handtaschen zum öffentlichen Nahverkehr. Es dauert eine Weile bis wir uns der neuen Situation und der Umgebung angepasst haben und den richtigen Zug gewählt haben. Eingestiegen, haben wir nun knapp 40 Minuten Zeit uns per Handy über die weiteren Verbindungen zu unseren Unterkunft zu informieren. Das stellt sich allerdings als nicht ganz einfach heraus, nicht zuletzt dank der Tatsache, dass das Internet im Zug ziemlich bescheiden ist. Mit leichter Verspätung erreichen wir den Hauptbahnhof Termini im Zentrum von Rom. Ein gigantischer Komplex mit Verkehrsanbindungen sämtlicher Art; wie Fern- und Regionalzüge, Metro, Busse, Taxen. In diesem Chaos die richtige Verbindung zu finden ist schon eine Meisterleistung. Ich spüre schon einen leichten Druck im Hals, der zu explodieren drohte, denn das Ziel ist noch weit in der Ferne. Endlich haben wir eine Bahn gefunden, die zumindest in die Nähe unserer Schlafmöglichkeit fährt, der Plan ist es, von der Endstation mit dem Taxi weiter zu fahren. Geplant, getan. Nach ca. drei Stunden Fahrt um und durch Rom kommen wir endlich in unserer Unterkunft an – wir checken im Chalet Camping Roma ein, ein Camp mit vielen kleinen umgebauten Campingwagen, einem Swimmingpool, einem Restaurant und der Möglichkeit, Shuttlebusse zu verschiedenen touristischen Ziele in und um Rom zu buchen. Zwei Betten in einem knapp 4m² großem Raum mit kleinem Bad, völlig ausreichend für ein Vater-Sohn Urlaub...schon fast Luxus.


Es dauert nicht lange und wir erholen uns im tiefen Schlaf von diesem ersten Tag. Zumindest hatten wir das vor, denn in der Nacht beginnt es dann wie aus Eimern zu schütten und im Sekundentakt mit Donnern und Blitzen auf unser Campingwagen herab zuknallen. Dies erinnert mich an die erste Nacht auf Sardinien mit der Erinnerung, das es am nächsten Tag aufhellte und noch ein toller Tag wurde. Zwischen Sardinien und Rom liegen aber nicht nur 250 km Luftlinie sondern auch zwei Wochen – zwei Wochen weiter in den Herbst und mit dem angekündigten Unwetter werden unsere spätsommerlichen Pläne ziemlich durcheinander gebracht. 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

 Ich bin um 6 Uhr wach, nach häufigem Wach werden in der Nacht.

Bin aber relativ fit. Ich schaue durchs Fenster und entschließe mich, den trockenen Moment zu nutzen um mein Lauftraining zu absolvieren. Ich ziehe meine Laufklamotten an, sage Maurice in seinem Halbschlaf, dass ich gleich wieder da bin und mache mich auf, die Gegend zu erkunden. Leider gibt es nicht viel zu erkunden. Um diese Uhrzeit stapeln sich bereits die ersten Autos auf den überfüllten Straßen und ich versuche mich auf mein Tempo zu konzentrieren. Ich breche das Laufen nach ca. 60 Minuten ab und komme zurück in unser Zimmerchen. Maurice sitzt bereits wach auf dem Bett, so dass wir nach dem Duschen auch schon los können um Rom zu erkunden.

Der Bus vor unserer Tür fährt direkt zur Vatikanstadt,

dort beginnt heute unsere Reise. Immer wieder müssen wir uns orientieren, welche Verkehrsmittel wohin fahren, daher dauert es etwas länger, bis wir irgendwo ankommen. Zur Stärkung wird es Zeit zum Frühstücken, so nehmen wir das erstbeste was wir finden und zum meinem Leid finden wir den Weg zum roten Clown mit dem großen gelben M. Ein Kaffee, ein O-Saft und ein Brötchen mit Marmelade, das sollte fürs erste reichen. Wir haben zwar einen Plan in der Hand, doch die Straßenbeschilderung in Rom ist nicht gerade hilfreich. Nun wird es Zeit für ein paar Wörter Italienisch, so befrage ich meine Italienisch-App und laufe mit diesen neuen Wörtern im Kopf zum nächsten Kiosk und frage auf meine ganz persönliche Art und Weise nach den Weg zum Vatikan. Als mein Gegenüber dann auf italienisch zurück antwortet, zum Glück mit reichlich körpersprachlichen Gesten untermalt, bedanke ich mich und wir machen uns auf. Der Vatikan liegt ca. 500 Meter weit entfernt und auf dem Weg dorthin überrennen uns hunderte von Touristen und Touristenführer, einige Straßenhändler sowie zahlreiche Verkäufer, die Sightseeingtouren auf der Straße verkaufen wollen. Wir kommen auf den Petersplatz mit direktem Blick auf den Petersdom und mindestens 2000 in der Schlange stehenden Besuchern, die alle im Kreis auf den Einlass warten. Mit seinen 35.000m² ist dieser Vorhof der Basilka einer der größten Plätze der Welt und bietet somit reichlich Platz für die vielen ungeduldig wartenden Besucher. Wir schauen uns kurz um, machen hier und da ein paar Fotos und ein, zwei Selfies und verlassen den Petersplatz. Direkt hinter der Abgrenzung in die „Freiheit“ spricht uns einer dieser „Hop on Hop off“- Ticket Verkäufer an. Wer in einer Großstadt lebt, kennt diesen Begriff, für alle anderen hier kurz eine Erklärung. Mit diesem Ticket kannst du einen der vielen Touristen – Sightseeing - Busse benutzen, kannst an verschiedenen Stationen aussteigen, dir die Sehenswürdigkeit ausgiebig ansehen, in den nächsten Bus wieder einsteigen und weiterfahren. Maurice und ich überlegen nicht lange, das ist eine komfortable Art, die Stadt ohne großen Stress kennenzulernen. Wir kaufen ein 48 Stunden Ticket, denn Rom ist groß und wir haben 5 Tage Zeit, daher werden wir heute einen Teil besuchen und morgen den anderen Teil. Unsere heutige Route beginnt an Station 6 und führt uns – Erklärung in 14 Sprachen inklusive - vorbei am obersten Gericht, der Villa Borghese, dem Colosseum, amTermini (den kannten wir schon), dem Pantheon, dem Circus Maximus und vielen anderen Orten. Ich erspare euch hier die einzelnen Beschreibungen der Orte, schaut dazu einfach mal im Internet nach oder lest die tollen informativen Reiseführer über Rom. Abgesehen davon, dass es draußen regnet, sind wir noch etwas müde nach der letzten kurzen Nacht und finden das Touristenchaos da draußen sehr erschöpfend, so dass wir eine ganze Tour nur im Bus sitzen und manchmal fast einschlafen... sorry, ist als Reisebericht nicht gerade sinnvoll aber ich muss hier leider die bittere Wahrheit wiedergeben mit allen Emotionen und Gefühlen. Somit geht der erste Tag mit Busfahren zu ende und es folgt bald ein neuer informativerer und abenteuerlicher Tag.

 



Auch die zweite Nacht besucht uns das Unwetter doch dieses mal sind wir vorbereitet und können etwas besser schlafen. Maurice und ich haben eines gemeinsam, wir sind beide „Draußenmenschen“. Wir sind gerne draußen in der Natur, anstatt irgendwo in einem stickigen engen Raum, daher haben wir keine großen Probleme damit, uns für den Tag eine open-air Beschäftigung zu suchen. Heute besuchen wir ein paar weitere Orte mit unserer Bustour und werden an dem einen oder anderen interessanten Ort auch mal aussteigen und uns diesen mal genauer inspizieren. Also ab nach Rom City und rein in den rosa Bus. Wir steigen heute am Circus Maximus aus, denn in unmittelbarer Nähe dieses Bauwerkes befindet sich die Cestius-Pyramide, genauer „Pyramide des Caius Cestius“ sie ist das pyramidenförmige Grabmal des römischen Prätors und Volkstribuns Gaius Cestius Epulo († vor 12 v. Chr.). Die Pyramide sehen wir schon von weitem, suchen allerdings vergeblich den Eingang, denn das Bauwerk ist von einer unüberwindbaren Mauer umgeben. Versteckt in einer Nebengasse schauen wir durch eine Maueröffnung und betreten einen protestantischen Friedhof. Wie wir später feststellen, ist das der wohl berühmte Friedhof Cimitero degli Inglesi


Der Cimitero degli Inglesi befindet sich im Viertel Testaccio in der Via Caio Cestio 6, in der Nähe der Porta San Paolo und der Cestius-Pyramide, zu dem unser Ziel eigentlich hinführen sollte. Auf diesem internationalen Friedhof sind bekannte Persönlichkeiten, wie der deutsche Archäologe Walter Amelung, die deutsche Schauspielerin Ingeborg Hoffmann (Ehefrau von Michael Ende) sowie zahlreiche russische, irländische, amerikanische und deutsche Bildhauer, Schriftsteller und Kunsthistoriker begraben. Dieser Friedhof besitzt nicht nur die Seelen der Stars und Sternchen, sondern er beherbergt auch ca. 200 - 350 Katzen, de sogenannten „Pyramidenkatzen oder auch die „Katzenkoloniene der Pyramide“ Unterhalb der Pyramide befindet sich eine kleine eingemauerte Grünfläche die durch ein Tor zugänglich ist, in diesem Bereich sehen wir tierliebe Einwohner, die sich hier sehr liebevoll um die Samtpfötchen kümmern. Hier werden sie gefüttert, gepflegt und falls nötig tierärztlich versorgt.

 

 

Ein unübersehbares Schild hängt direkt neben der historischen Beschreibung der Pyramide und deutet auf die Katzen und deren Helfer hin. Was sie genau tun, wo sie noch Hilfe benötigen und eine kleine Geschichte über die Herkunft dieser Katzen. Wir laufen bewundernd über den Friedhof und staunen über diese präzise erstellten Statuen, die liebevoll angelegten Ruheplätze und die immer wieder an verschiedenen Orten sitzenden Katzen. Mal sitzen sie uns mitten im Weg, mal auf einem Grabstein, oder mitten zwischen den Grabblumen, mal laufen sie zwischen den Gärten hin und her oder sonnen sich auf den Steinplatten. Wir zählen an diesem Tag etwa 40-50 Katzen. Was uns aber noch mehr fasziniert, sind die vielen Friedhofsbesucher, die diese Katzen akzeptieren, hier wird sogar auf freilaufende Katzen hingewiesen und gebeten, diese Katzen in ihrer Ruhe nicht zu stören. Dies ist ein Ort, an dem das Tier noch Tier sein darf und alles dafür getan wird, das dies auch so bleibt. Mit diesen Erinnerungen, dieser Erfahrung und einem Eindruck vom liebevollen Umgang der Einwohner mit den Tieren verlassen wir wehmütig diesen Ort. Wir fahren zurück in die Innenstadt und steigen an der Villa Borghese aus. Bei dem Wetter diesen besonderen Park zu besuchen hat etwas verrücktes, wir sind allerdings nicht die einzigen mit dieser Idee. Maurice entdeckt gleich diese tollen, einem Kettcar ähnlichen, Gefährte und hat die Idee, mich damit durch den Park zu fahren. Wir verschieben diese Idee auf einen Tag ohne Wasser von oben. Somit laufen wir noch eine Weile durch den Park und kommen schließlich zur Scalinata di Trinità dei Monti auch unter den Namen „spanische Treppe“ bekannt. Trotz der enormen Regenmengen finden sich hier an diesem berühmten Platz einige schaulustige Touristen. Auch hier machen wir schnell ein, zwei Fotos und suchen das nächste Restaurant auf, denn Rom macht hungrig. Wir haben Glück, denn wir finden ein Restaurant in der Nähe unserer U-Bahn, so können wir nach dem Essen gleich in die Bahn steigen und zurück zum Camp fahren.

 


 

An Tag drei verabschieden wir uns vom Touristenchaos und widmen uns einem ganz besonderen Ort. Einen Ort wie diesen habe ich noch niemals zuvor gesehen: den Ort der Ruinen Katzen. Mitten in der Stadt, nicht weit vom Termini entfernt liegt eine alte Ruine, abgeschlossen durch hohe Mauern.Die Ruine kann man vom Gehweg überschauen und in so das Tal der Katzen sehen. Hier finden wir die Katzen Kolonie am Largo Torre Argentina. Der Largo di Torre Argentina ist ein Platz im Stadtviertel Pigna in Rom auf dem antiken Campus Martius. Der Platz entstand ab 1909 im Zuge der städtebaulichen Neuordnung der Altstadt. Dabei wurden Wohngebäude sowie die Kirche San Nicola dei Cesarini abgetragen. Von der mittelalterlichen Bebauung blieb lediglich die Torre del Papito übrig. 1926–1928 begann man mit der systematischen Ausgrabung von Tempeln, die aus der Zeit der Römischen Republik stammen. Der Largo Argentina ist heute einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der römischen Altstadt. Zahlreiche Busse des Stadtverkehrs halten hier. Und mitten drin die Ruine und das Zuhause von ca. 100-150 Katzen. Wie bereits bei den Pyramidenkatzen kümmern sich auch hier viele freiwillige einheimische Bürger um die zahlreichen Katzen, eine kleine Auffangstation mit sanitären Einrichtungen und einer Notfallambulanz speziell für die Felidae wurde eingerichtet. Dieser Platz mit den vielen freilebenden Katzen wird nicht nur von den Menschen akzeptiert, dieser Ort ist auch offiziell von der Stadtverwaltung zur Katzenfreilauffläche ernannt worden. Ich finde es bewundernswert, das eine Stadt wie Rom, die zum großen Teil von Touristen lebt, eine Weltstadt mit internationalem Verkehr und Anerkennung der ganzen Welt und das nicht nur wegen dem Kirchenoberhaupt besitzt, sich hier ganz öffentlich als liebevolle, verantwortungsvolle Tierliebhaber darstellt. Hier können sich viele deutsche Städte ein Stückchen von abschneiden.

Auch dieser Ort hinterlässt tiefen Eindruck bei uns. Wir ziehen weiter und begeben uns noch einmal zur Villa Borghese. Villa Borghese ist die Bezeichnung für eine Parkanlage in Rom. Sie ging aus dem Landgut der adligen Familie Borghese hervor. Bekanntester Anziehungspunkt ist die Galleria Borghese, die sich im Casino Nobile befindet. Maurice kommt endlich in den Genuss, mich mit einem dieser Mehrsitzer -Tretfahrzeuge durch den Park zu kutschieren. Ich lehne mich zurück und genieße die zahlreichen Bauwerke innerhalb dieses Parks. Maurice macht seine Arbeit als Chauffeur wirklich gut. Er fährt mich dahin, wohin ich will, hält an, so dass ich aussteigen und mir die Gebäude näher ansehen und Fotos machen kann und empfängt mich wieder am Fahrzeug. Ein bisschen „Arme-Leute-Luxus“ darf auch mal sein.

So verbringen wir den restlichen Abend und schließen diesen mit einem Besuch in unserm Restaurant im Camp ab. Zum Abendessen gibt es Pizza und Veggieburger mit French fries.

 


Der letzte Tag ist für Maurice das absolute Highlight, denn wir besuchen den Flughafen Fiumicino. Da ich ihm versprochen habe, mit ihm an seinem neuen Video zu arbeiten, löse ich heute mein Versprechen ein. Mittlerweile kennen wir uns mit dem öffentlichen Verkehrsmittel hier in Rom fast blind aus und erreichen den FCO zügig. Der Flughafen Rom-Fiumicino Leonardo da Vinci ist vor Rom-Ciampino der größte Flughafen der italienischen Hauptstadt Rom. Der nach Leonardo da Vinci benannte Flughafen befindet sich an der Mittelmeerküste im Stadtgebiet von Fiumicino, 29 km südwestlich der römischen Innenstadt. Mit ca. 41 Millionen Passagieren im Jahr 2017 ist er vor dem Flughafen Mailand-Malpensa der größte Flughafen Italiens. Rom-Fiumicino ist das Hauptdrehkreuz der Fluggesellschaft Alitalia...

Viel besser als ein geschriebener Text über diesen Flughafen ist unser wirklich gelungenes Video. Schaut doch einfach mal rein

den Link hierzu findet ihr hier:

Flughafen Rom  von Flight - Planes - Berlin

Bitte seid so lieb und liked dieses Video, wenn es euch gefallen hat und hinterlasst doch einfach mal ein lieben Kommentar.

 


Wir verbringen fast einen halben Tag am Flughafen, somit ist unser zweite Teil des Tages, den wir im Castel Romano Designer Outlet verbringen wollten leider nicht mehr möglich. Planänderung! Wir fahren Richtung Rom City und besuchen dort ein paar Einkaufsstraßen, sowie den Trevi Brunnen, einer der bekanntestes Brunnen der Welt und einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Roms. Vom Flughafen geht es somit erst einmal zum Termini. Von dort aus könnte man zwar mit dem Bus weiter fahren, doch nach dem langen Flughafen-Tag benötigen wir etwas Bewegung an der frischen Luft. Wir schlendern daher die knapp 2.5 Kilometer durch die Straßen. Biegen mal links in eine Gasse ab, mal rechts. Beobachten die Menschenmenge und verlassen diese Masse in eine weitere Gasse. Ein enger Fußgängerweg, zwischen parkenden Autos sehen wir ihn - diesen weißen Riesen. Er schaut von weitem etwas verwirrt aus, nach genauem beobachten sieht es dann doch eher aus, als ob er beobachtet, was in seiner unmittelbaren nähe passiert. Wir nähern uns langsam und unauffällig. Bleibt er stehen, bleiben wir auch stehen, schaut er zu uns, schauen wir nicht provokativ hin. Ich scanne ihn von oben bis unten und auch hier helfen mir die vielen Tipps und Tricks von Gerd Schuster von meiner Reise mit ihm durch den Balkan. Wie sieht sein Fell aus? Wie seine Gangart? Wie sehen seine Augen aus? Hat er eine Marke, ein Halsband oder ähnliches um darauf zu schließen, dass er irgendwo hingehört? Wo schaut er hin? Welche strategischen Bewegungen und Ziele verfolgt er? Viele Dinge, die mir in Sekunden durch den Kopf gehen und mich recht schnell erkennen lassen, dass dieser Hirtenhund, mitten in der Stadt, zu jemanden gehört und dieser jemand muss auch irgendwo noch in der Nähe sein. Ich knie mich herunter und der weiße Riese kommt und checkt mich kurz – vielleicht so, wie ich ihn. Schnell erblicke ich seine Hundemarke, die ich auch umgehend fotografiere, wer weiß, wozu ich diese Nummer noch gebrauchen kann. Er holt sich ein paar Streicheleinheiten ab und geht seine Wege. Wir beobachten ihn noch ein paar Minuten und sehen, dass er sich unmittelbar vor einer Autowerkstadt bewegt und sich schließlich auch auf den Bürgersteig in der Nähe des Einfahrt ablegt. Ich möchte es doch sicher wissen, so gehe ich in die Werkstatt und frage, ob der Hund hier her gehört. Ein etwas älterer Mann grinst über beide Ohren, als ob er wirklich sehr stolz auf seine Hund ist und erzählt mir kurz in einem italienisch-englischen Mix, dass er ein alter Schäfer ist und sein Beruf nicht mehr ausüben kann, somit ist er mit seinem Bruder in die Stadt gezogen, wollte aber seinen schon über 10 Jahre alten Hund nicht weggeben, also kam er mit. Ich muss sehr tief schlucken, als ich diese Worte höre, ich gebe ihm die Hand und ohne ein Wort weiß er, dass mich seine Geschichte sehr berührt. Ich nicke und sage „arrividerci“ (auf Wiedersehen).

 



 

Fazit dieser Reise: es ist immer wieder toll sich auch mal individuell Zeit für seine Kinder zu nehmen. Es war ein wirklich atemberaubender, lustiger, abenteuerlicher Vater-Sohn Urlaub und ich freue mich schon auf den nächsten ganz individuellen Urlaub mit einem der Kinder. Rom ist eine geschichtlich sehr wertvolle Stadt, die man einmal im Leben gesehen haben muss. Leider tourustisch sehr überlaufen und die Hektik im ganzen Stadtbereich war schon sehr grenzwertig. Man muss sich schon etwas einfallen lassen um aus dem Chaos zu entfliehen und das haben wir mir zwei sehr tief berührenden Orten geschafft, zum einen der Ort der Pyramidenkatzen, zum anderen die Ruinenkatzen. Hier wurde uns wieder einmal bewusst, dass Schlagzeilen überraschen, explodieren und schockieren sollen aber die wenigsten haben etwas mit der Wahrheit zu tun. Oft wird auf´s extreme übertrieben und schon im Ansatz verurteilt. Schaut einmal selbst hinter den Kulissen, schaut am Tellerrand vorbei und betretet die wahren Teile jeder Geschichte. Macht eure eigenen Geschichte und versucht diese in die Welt zu tragen, vielleicht irgendwann werden wir lernen nicht nur zu lesen, sondern auch zu erfahren unsere eigenen Meinungen zu bilden und Hoffen, dass dies ein Anfang wird, die Welt zu verbessern.

 

Mit diesen Worten verabschieden wir uns von der italienischen Hauptstadt und sagen:

 

arrivederci!